Texte

Ich mag die unsichtbare Kraft der Worte. Ich lasse mich selbst immer wieder von schönen Texten inspirieren, trösten, ermutigen und aufwühlen.
Vorbilder sind für mich unterschiedliche Frauen und Männer vergangener und heutiger Zeit wie beispielsweise Hilde Domin, Erich Fried, Hermann Hesse, Sören Kierkegaard, Carola Moosbach, Rainer Maria Rilke, Andrea Schwarz, Dorothee Sölle…

In meinen Gedichten geht es um Lebensfragen, um den Umgang mit Angst, Trauer, Verzweiflung und Schmerzen und letztlich vor allem um Hoffnung – um Glaube und Vertrauen.

Auszüge aus meinen Werken:



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Gewissheit

weiß der Himmel
was geschieht

ich hab’s, weiß Gott,
nicht in der Hand

es schmerzt mich
mehr als unendlich

wie gerne wäre ich
heute schon dort

und im Zurückschauen
würde ich lächelnd sagen

du warst bei mir
an jedem gottverlassenen Tag

© Ulrike Schuh

 
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ein Gegenüber

Heute schreibe ich
mir den Kummer
von der Seele

und ich hoffe
auf ein Trostwort
das sich leise
in meine Gedanken schleicht

ich schreibe bis ich leer bin
mit der Sehnsucht
tief in mir
erfüllt zu sein

ich wünsche mir
ein Gegenüber
das mein Klagen aushält
bis zum bitteren Ende der letzten Zeile

ich brauche keine Antwort
vorschnell übergestülpt
aus plattgedrückten Worten
die mir die Luft nehmen

ich schreibe
meinen Tränen freien Lauf
unwissend
wo sie ankommen

© Ulrike Schuh


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Noch immer

Noch immer führt uns der Stern
hin zum Stall.
Verheißungsvoll strahlt sein Licht
in unserer tiefschwarzen Nacht.
Lasst uns loslaufen
ihn zu suchen,
eine Herberge finden
voll Wärme, Schutz und Geborgenheit.
Noch immer ruft der Engel
mitten in der Nacht
Fürchtet Euch nicht!
Ich glaube, wir sind gemeint.

© Ulrike Schuh


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